21 Tage ohne Smartphone beziehungsweise ohne Instagram, TikTok, Snapchat und Co: Insgesamt 190 Schülerinnen und Schüler der Franziskusschule Ried sowie mehrere Lehrerinnen und Lehrer nahmen freiwillig am sogenannten „Handyfasten“ teil. Die Aktion geht auf eine Initiative von Direktor Thomas Gerstorfer zurück und ist Teil einer vom ORF ausgeschriebenen Initiative zur bewussteren Auseinandersetzung mit digitalen Medien.
Um die Organisation des Projekts kümmerte sich Melanie Heinzlmaier vom Sekretariat. „Die Klassenvorstände haben sich im Vorfeld mit den Eltern der Schüler in Verbindung gesetzt und das Projekt vorgestellt. Daraufhin haben sich 190 der insgesamt 291 Schüler freiwillig angemeldet“, berichtet Heinzlmaier. Bereits vor dem Start wurden die teilnehmenden Jugendlichen mittels einer Befragung dazu angeregt, ihre eigene Handynutzung kritisch zu reflektieren.
Handy aus – für drei Wochen
Am Dienstag, 4. März 2026, war es dann so weit: In der Früh schalteten die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen ihre Smartphones aus und gaben sie bei ihren Eltern ab. Für die kommenden drei Wochen heißt es nun: Alltag ohne Smartphone. Ziel des Projekts ist es, den eigenen Medienkonsum zu hinterfragen und neue Gewohnheiten zu entwickeln.
Für manche Teilnehmer gab es eine abgeschwächte Variante des Fastens. „Einige Schüler haben sich für eine Light-Version entschieden“, erklärt Heinzlmaier. „Dabei darf das Handy für Anrufe oder WhatsApp-Nachrichten genutzt werden – Social Media ist jedoch tabu.“
Beobachten, reflektieren, auswerten
Während der drei Fastenwochen führten die SchülerInnen ein Handytagebuch, in dem sie festhielten, wie es ihnen ohne Smartphone erging und welche Veränderungen sie im Alltag wahrnahmen. Auch nach dem eigentlichen Experiment wird das Projekt wissenschaftlich begleitet: Direkt im Anschluss sowie einen Monat später sind weitere Befragungen geplant.
Mit dem „Handyfasten“ setzt die Franziskusschule Ried ein starkes Zeichen für Medienkompetenz, Eigenverantwortung und einen bewussteren Umgang mit digitalen Geräten im Schul- und Familienalltag.
Bericht von Carla Brandhuber, 4b:
Ich habe am 21‑Tage‑Handyfrei‑Experiment teilgenommen und war überrascht, wie leicht mir diese Herausforderung gefallen ist. Zu Beginn dachte ich, dass mir mein Handy sehr fehlen würde, doch das war kaum der Fall. Nur die Kommunikation mit anderen war manchmal schwierig, weil man nicht einfach schnell schreiben oder etwas nachfragen konnte.
Während der drei Wochen habe ich gemerkt, wie viel unnötige Zeit ich normalerweise am Handy verbringe. Ohne die Zeit am Handy war ich besser gelaunt und habe mich insgesamt viel freier gefühlt. Ich habe mehr Zeit mit Freunden und meiner Familie verbracht, und wir haben wieder richtig miteinander geredet, statt nebeneinander zu sitzen und aufs Handy zu schauen.
Auch in der Schule konnte ich mich deutlich besser konzentrieren, was man auch an meinen Leistungen gemerkt hat. Außerdem habe ich wieder mehr gelesen – etwas, das ich davor oft vernachlässigt habe.
Ich bin stolz darauf, dass ich das Experiment durchgezogen habe. Tatsächlich habe ich mein Handy bis jetzt noch gar nicht wieder eingeschaltet. Ich kann jedem empfehlen, diese Erfahrung einmal zu machen. Es klingt am Anfang schlimmer als es ist, aber die drei Wochen vergehen schnell und man fühlt sich danach wirklich besser.

